Zitat: Kardinal Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI. über das rechte Verständnis von Freiheit

Sein äußerst lesenswertes Buch „Glaube-Wahrheit-Toleranz“ beschließt der damalige Kardinal Ratzinger und jetztige Papst em. Benedikt XVI. mit folgenden aufschlußreichen Ausführungen zum rechten Freiheitsverständnis. Er schreibt:

„Was wir freilich brauchen, ist eine Kurskorrektur in drei wesentlichen Punkten, in denen ich den Ertrag meiner Überlegungen zusammenfassen möchte.

1. Ein Verständnis von Freiheit, das als Befreiung nur immer weitere Auflösungen von Normen und die ständige Ausweitung individueller Freiheiten bis hin zur völligen Befreiung von aller Ordnung ansehen mag, ist falsch. Freiheit muss sich, wenn sie nicht zur Lüge und zur Selbstzerstörung führen soll, an der Wahrheit orientieren, das heißt daran, was wir eigentlich sind, und diesem unserem Sein entsprechen. Da der Mensch ein Wesen im Sein-von, Sein-mit und Sein-für ist, kann menschliche Freiheit nur im geordneten Miteinander der Freiheiten bestehen. Recht ist daher nicht Gegensatz zu Freiheit, sondern ihre Bedingung, ja konstitutiv für sie selbst. Befreiung besteht nicht in der allmählichen Abschaffung von Recht und von Normen, sondern in der Reinigung unserer selbst und in der Reinigung der Normen, so dass sie das menschengemäße Miteinander der Freiheiten ermöglichen.

2. Aus der Wahrheit unseres Wesens folgt ein weiteres: Es wird innerhalb dieser unserer Menschengeschichte nie den absolut idealen Zustand geben, und es wird nie eine endgültige Freiheitsordnung errichtet werden. Der Mensch ist immer unterwegs und immer endlich. Szczypiorski hatte angesichts des offenkundigen Unrechts der sozialistischen Gesellschaftsordnung und angesichts aller Probleme der liberalen Ordnung die zweifelnde Frage gestellt: Vielleicht gibt es überhaupt kein Recht? Darauf müssen wir nun sagen: In der Tat, die schlechthin ideale Ordnung der Dinge, die rundum recht ist, wird es nie geben.[1] Wo solcher Anspruch erhoben wird, wird nicht die Wahrheit gesagt. Der Fortschrittsglaube ist nicht in jeder Hinsicht falsch. Falsch aber ist der Mythos von der künftigen befreiten Welt, in der alles anders und gut sein wird. Wir können immer nur relative Ordnungen errichten, sie können immer nur relativ recht haben und sein. Aber gerade um diese höchstmögliche Annäherung an das wahrhaft Rechte müssen wir uns mühen. Alles andere, jede innergeschichtliche Eschatologie, befreit nicht, sondern täuscht und knechtet daher. Deswegen muss auch der mythische Glanz entmythisiert werden, den man Begriffen wie Veränderung und Revolution beigelegt hat. Veränderung ist kein Gut in sich selbst. Ob sie gut oder schlecht ist, hängt von ihren konkreten Inhalten und Bezugs- punkten ab. Die Meinung, die wesentliche Aufgabe im Ringen um Freiheit sei die Veränderung der Welt, ist – ich wiederhole es – ein Mythos. In der Geschichte wird es immer ein Auf und Ab geben. In Bezug auf das eigentlich sittliche Wesen des Menschen verläuft sie nicht linear, sondern in Wiederholungen. Unsere Aufgabe ist es, jeweils in der Gegenwart um die relativ beste Verfassung des menschlichen Miteinanders zu ringen und dabei errungenes Gutes zu bewahren, bestehendes Schlechtes zu überwinden und dem Einbruch der Mächte der Zerstörung zu wehren.

3. Wir müssen auch den Traum der absoluten Autonomie der Vernunft und ihrer Selbstgenügsamkeit verabschieden. Die menschliche Vernunft braucht den Anhalt an den großen religiösen Traditionen der Menschheit. Sie wird die einzelnen religiösen Traditionen durchaus kritisch betrachten. Die Pathologie der Religion ist die gefährlichste Erkrankung des menschlichen Geistes. Sie existiert in den Religionen, sie existiert aber gerade auch dort, wo Religion als solche abgewiesen und relativen Gütern absoluter Rang zugewiesen wird: Die atheistischen Systeme der Neuzeit sind die erschreckendsten Beispiele einer ihrem Wesen entfremdeten religiösen Leidenschaft, das heißt aber einer lebensgefährlichen Erkrankung des menschlichen Geistes. Wo Gott geleugnet wird, wird Freiheit nicht aufgebaut, sondern ihres Grundes beraubt und daher verzerrt.[2] Wo die reinsten und tiefsten religiösen Überlieferungen ganz abgelegt werden, trennt sich der Mensch von seiner Wahrheit, er lebt gegen sie und wird unfrei. Auch die philosophische Ethik kann nicht schlechthin autonom sein. Sie kann nicht auf den Gottesgedanken verzichten und nicht verzichten auf den Gedanken einer Wahrheit des Seins, die ethischen Charakter hat.[3]Wenn es keine Wahrheit vom Menschen gibt, hat er auch keine Freiheit. Nur die Wahrheit macht frei.“

__________________________________________________________________

[1] Vgl. die Konzilskonstitution Gaudium et spes, Nr. 78: »numquam pax pro semper acquisita est«.

[2]Vgl. J. Fest, a. a. 0. 79: »Keiner der Appelle, die ihm gelten, weiß zu sagen, wie er
ohne Jenseits leben kann und ohne Furcht vor dem Jüngsten Tag, und doch Mal um Mal
wider die eigenen Interessen und Begierden zu handeln vermag.« Vgl. auch L. Kolakowski, Falls es keinen Gott gibt (München 1982).

[3] Vgl. J. Pieper, a. a. 0. (s. Anm. 194).

Advertisements
Veröffentlicht unter Gedankensplitter, Zitate | Verschlagwortet mit , , ,

Wohlstand oder Wirtschaftswachstum? – Eine kritische Durchleuchtung des BIP-Konzepts sowie einige Anmerkungen zur „Ökonomie des Glücks“ – Teil 2

Im ersten Teil haben wir gesehen, daß das BIP-Konzept ein unbrauchbarer Indikator zur Messung des Wohlstands ist, ja selbst der enge Bereich der Produktion von Gütern und Dienstleistungen wird vom BIP nicht angemessen abgebildet. Eine unter den vielen Folgen der Verwendung dieses höchst einseitigen Indikators ist, daß auf die Mehrung des BIP fixierte Ökonomen und Wirtschaftspolitiker die nicht-monetäre Her- und Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen wie in der Familie und in den kleinen Solidargemeinschaften der Gemeinde und Pfarre unberücksichtigt lassen. Länder mit einer vergleichsweise intakten Sozialstruktur erscheinen deswegen ärmer als Länder, in denen die grundlegendsten Fürsorgeleistungen käuflich erworben werden müssen. Der im vergangenen Jahr verstorbene deutsche Ökonom Roland Baader deutet in einer scharfen, aber jedenfalls zutreffenden Gegenüberstellung die tieferliegende menschlich-existentielle Dimension der Problematik der Wohlstandsmessung an:

„Wer dürfte sich beispielsweise die Behauptung anmaßen, ein schwerkranker oder hinfälliger griechischer Großvater, der im intakten Verband seiner Sippe betreut und gepflegt wird, sei „ärmer“ oder beklagenswerter als ein vermögender und tagegeldversicherter einsamer Senior im Seelenwinter einer bundesdeutschen Pflegestation.“[1]

Welche Alternativen bestehen zum BIP?

Grundsätzlich zu unterscheiden ist zwischen dem Versuch alternative Indikatoren zu entwickeln, die einen quantitativen Vergleich zwischen Ländern weiterhin ermöglichen und der Hinwendung zu rein qualitativen Zielgrößen. Zu ersterer Gruppe ist z.B. der „Genuine Progress Indicator (GPI)“ und das von Mark Anielski in seinem Buch „The Economics of Happiness“ entwickelte „Genuine Wealth Model“ zu rechnen.

Mark Anielski beginnt seine Kritik am einseitigen materialistischen Verständnis von Wohlstand am englischen Begriff für Wohlstand – „wealth“ – zu entfalten. Dem aktuellen materialistischen Geist entsprechend wird dieser heutzutage meist mit „Reichtum“ und „reichem materiellem Besitz“ gleichgesetzt. Die ursprüngliche Bedeutung war jedoch „condition of well-being“ (dt. „Zustand bzw. Bedingung des Wohlergehens bzw. Wohlbefindens“ oder eben „Wohlstand“) und hatte damit nichts mit der Anhäufung von Geld und materiellen Gütern zu tun.[2] Vielmehr galt eine Person als „wealthy“, wenn sie jene Güter besaß, die sie zur Ausübung ihrer standesgemäßen Pflichten benötigte. Diese Pflichten waren selbstverständlich nicht nur wirtschaftlicher Natur sondern beruhten auf einer ganzheitlichen Sicht des Menschen. Der Dienstcharakter der materiellen Güter äußerte sich gerade darin, daß sie für höherwertige Güter wie die Wissenschaft, die Kunst & Kultur, die Politik, die Feier und den religiösen Kult eingesetzt werden. Als Leib-Seele-Wesen lebt der Mensch nun einmal nicht von Brot allein, gemäß seiner Sozialnatur genügt er sich nicht selbst und als mit Verstand ausgestattetes Wesen strebt er nach Erkenntnis.

Diesen ganzheitlichen Zugang versucht Anielski konzeptuell derart umzusetzen, daß er das auf „financial capital“ verkürzte Verständnis von „wealth“ um vier weitere Kapitalarten erweitert: „human capital“, „built capital“, „natural capital“ und „social capital“. Diese Erweiterung trägt dem Umstand Rechnung, daß gemäß dem BIP-Konzept beispielsweise die Ausbeutung von Bodenschätzen in jedem Fall zu einer Erhöhung des Wirtschaftswachstums führt, denn der Rückgang an Ressourcen wird in keiner Bilanz verbucht. Das „Genuine Wealth Model“ versucht diese Schieflage zu beheben. Sofern die Erhöhung des „financial capital“ auf Kosten des „natural capital“ erfolgt, wenn z.B. aus einem Wald mehr Holz geerntet wird als nachwächst, zeigt das „Genuine Wealth Model“ mitunter einen Rückgang des allgemeinen Wohlstands an.

Allgemeiner ausgedrückt: Auf Kosten der wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen Substanz erwirtschaftete Einkommenszuwächse sollen nicht mehr den Eindruck eines Wohlstandsgewinns vermitteln.

Zur zweiten Gruppe der rein qualitativen Zielgrößen zählte die ursprüngliche Fassung des im Königreich Bhutan angewendeten Konzepts des „Bruttonationalglück“. Dieses verfolgte folgende vier Zielgrößen:

  1. die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung,
  2. Bewahrung und Förderung kultureller Werte,
  3. Schutz der Umwelt und
  4. gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen[3]

Das ursprüngliche Konzept des „Bruttonationalglück“ entzieht sich der allgemeinen Tendenz nach Quantifizierung und damit der Vergleichbarkeit. Dies weist auf die hohe Wertschätzung der eigenen kulturellen, sozialen und religiösen Eigenheiten hin, die wiederum auf die hohe Homogenität der Bevölkerung zurückzuführen ist. Wo eine einheitliche Auffassung des guten Lebens vorherrscht, werden gesellschaftliche und politische Maßnahmen zur Förderung der allgemein geteilten Auffassung vom guten Leben breitflächig akzeptiert.

Geld und materielle Güter werden lediglich als Mittel zur Zielerreichung verstanden. Gesellschaftliche Konventionen, überlieferte Traditionen und letztlich der Glaube legen fest, wie viele Güter eine Familie und innerhalb der Familie eine Person benötigt und nachfragt. Die Mittel haben eine Bedeutung, weil ohne sie die Zielerreichung unmöglich ist.

Mehr materielle Mittel werden nur benötigt, wenn sie helfen, die oben genannten Ziele besser zu erreichen, durch die wiederum das Glück der Bevölkerung zumindest erhalten werden soll. Das Maß erhalten die Mittel somit aus den weithin geteilten Zielen. Dagegen betont die neuzeitliche Wirtschaftsauffassung, daß mehr Mittel per se erstrebenswert sind, weil dadurch mehr Ziele erreicht werden können. Die Stagnation der Wirtschaft wird deswegen bereits als Rückschritt wahrgenommen.

In einem gänzlich anderen kulturellen Kontext lesen wir im „Oikonomikos“ des Xenophon folgende Zeilen zum selben Sachverhalt:

„Du stimmst mir offenbar darin zu, daß Besitztümer sind, woraus jemand Nutzen zu ziehen vermag. Wenn nun jemand das Geld verwendete, um sich zum Beispiel eine Hetäre zu kaufen, und durch sie Schaden am Leben, Schaden an der Seele, Schaden am Haus nähme, wie könnte ihm da das Geld noch nützlich sein?“[4]

Dieses Zitat aus einem der ältesten ökonomischen Traktate des Abendlandes hebt den Dienstcharakter der materiellen Güter und des Geldes hervor. Dort wo der Mensch seinen Haushalt oder sich selber durch die schlechte Verwendung des Geldes schadet, wanden sich die Güter in Ungüter. Entscheidend ist, daß die Konsumwünsche nicht im subjektiven Belieben des Menschen stehen sondern auf ein überindividuelles, dem Mensch objektiv vorgegebenes Ziel hingeordnet sind. In der Bibel heißt es im gleichen Sinne: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele?“ (Mk 8,36)

Damit ist bereits der Übergang zum letzten Punkt vollzogen worden, der sich mit der Frage beschäftigt, was nach abendländisch-katholischer Auffassung das Maß und Ziel des Wirtschaftens ist.

Zunächst ist festzuhalten, daß der Mensch dazu bestimmt ist, glücklich zu werden. Allerdings kann das Glück nicht direkt erreicht werden, es kann nicht, wie der österreichische Psychiater und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl es formuliert hat, „erheischt“ werden. Es stellt sich als Folge des Sein-Ziel-erreicht-Habens ein. Der Marathonläufer, der die Zielline überquert, ist darob glücklich.

Das höchste Glück erfahren wir dort, wo wir das höchste Gut erlangt haben. Aristoteles erkennt in der Erlangung der Tugendhaftigkeit das höchste für den Menschen erreichbare Gut. Ein tugendhafter Mensch hat das Mensch-sein vollumfänglich entfaltet, er ist ein well-being, ein gutes Sein. Und weil der tugendhafte Mensch ganz Mensch ist, ist er glücklich.

Der deutsche Philosoph Dietrich von Hildebrand drückt diesen Sachverhalt – das Glück als Folge menschengemäßen Lebens – wie folgt aus und weist an der selben Stelle auf eine weitere wichtige Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Streben des Menschen nach Glück hin:

„Das echte, tiefe Glück, das der Wert in uns bewirkt, schließt notwendig ein Wissen um die innere Bedeutsamkeit des Gegenstandes ein. Dieses Glück ist wesenhaft ein Begleitphänomen, denn es ist in keiner Weise die Wurzel dieser Bedeutsamkeit, sondern strömt als Überfluß aus ihr hervor. […]

Der Wert ist hier das principium (das Bestimmende) und unser Glück das principiatum (das Bestimmte).“[5]

Dem Streben nach dem höchsten Gut voraus geht die durch den rechten Gebrauch der Vernunft gewonnene Erkenntnis über das höchste Gut. Weil der Mensch erkennt, worin der höchste Wert der menschlichen Existenz liegt, richtet er darauf seinen Willen aus und verwirklicht das seinsgemäße Leben. So wie sich eine Blume zur vollen Blüte entfaltet, so entfaltet sich der Mensch zu seiner Vollkommenheit, die wie gesagt bei Aristoteles in der Tugendhaftigkeit liegt.

Die Bedeutung der Erkenntnis für das Streben nach Glück wird in einem der bedeutendsten  philosophischen Bücher des Abendlandes deutlich. In einer äußerst deprimierenden Situation hat sich Boethius mit den großen existentiellen Fragen des Menschen auseinandersetzen müssen. Boethius, der vermutlich einer politischen Intrige zum Opfer gefallen ist, sitzt im Gefängnis und wartet entweder auf sein Todesurteil oder bereits auf die Vollstreckung desselbigen. Ob dieser Situation ist er der Verzweiflung nahe. Da erscheint ihm die Philosophie und spendet Boethius Trost, weswegen das Buch den Titel „Consolatio Philosophiae“ (dt. „Der Trost der Philosophie“) trägt. Den Trost findet er in der Beantwortung der folgenden fünf existentielle Fragen, die die Philosophie an den Gefangenen richtet:

  1. Was ist der Mensch?
  2. Was ist der Ursprung der Dinge?
  3. Was ist der Endzweck der Dinge?
  4. Wer regiert die Welt?
  5. Mit welchen Mitteln wird die Welt regiert?

Durch die Beantwortung der Fragen erkennt Boethius den tieferen Sinn und die eigentliche Bestimmung des Lebens. Diese Erkenntnis tröstet ihn und in gläubiger Gelassenheit tritt er seinen letzten irdischen Weg an.

Anders ausgedrückt: Ohne daß der Mensch weiß, was er ist, was seine Natur ist, wird er die ihm innewohnende Sehnsucht nach Glückseligkeit nicht befriedigen können.

Das Christentum unterstreicht die von Aristoteles vertretene Auffassung, daß der Mensch dazu bestimmt ist, glücklich zu werden. Im Unterschied zu Aristoteles ist das höchste Gut jedoch nicht die innerweltliche Tugendhaftigkeit sondern Gott. Die Anschauung Gottes erfüllt uns mit unübertreffbarerer und ewiger Glückseligkeit. Ewiges Glück kann es in einer vergänglichen Welt und in einem zeitlich beschränkten Leben nicht geben. Ziel des Menschen ist es daher, durch ein gottgefälliges Leben hier auf Erden den himmlischen Schatz der ewigen Glückseligkeit zu erlangen.

Die materiellen Güter sind deswegen nur solange Güter, solange sie auf das höchste Gut hingeordnet sind, was die beiden oben angeführten Zitate von Xenophon und aus dem Markus-Evangelium zum Ausdruck bringen. Die beim BIP zumindest mitschwingende, wenn nicht sogar zugrundeliegende Ansicht, wonach mehr Güter in jedem Fall dem Menschen zum Vorteil gereichen, ist mit der Lehre des Christentums unvereinbar. So heißt es im Buch der Sprüche:

„Gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der Herr?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife.“ (Spr. 30, 8)

In seinem Buch „The unintended Reformation“ argumentiert Brad S. Gregory, daß der Fokus der westlichen Gesellschaften auf das Wirtschaftswachstum eine Folge des zunächst religiösen, später auch moralischen Subjektivismus sei. Wo Gott und die Wahrheit in den Bereich des Privaten gedrängt werden, verbleibt nur das pseudo-objektive und pseudo-religiöse Kriterium des BIP, um die pluralistische Gesellschaft irgendwie noch zusammen zu halten. Die Verdrängung der existentiellen Fragen aus dem gesellschaftlichen Raum führte dazu, daß die Steigerung der materiellen Annehmlichkeiten zum Staatsziel erhoben wurde und nach und nach das Streben nach Tugendhaftigkeit ersetzte. Mittlerweile scheint die Selbstbetäubung der Gesellschaft mit Konsumgütern, Brot und Spielen nicht unerwünscht zu sein, weil in einer Welt, die Gott und die Wahrheit radikal subjektiviert hat, weltanschauliche Konflikte friedlich so gut wie nicht mehr zu lösen sind.

Eine wahre „Ökonomie des Glücks“ muß dieses philosophisches Grundproblem überwinden und sich auf den Weg machen, die Natur des Menschen sowie den tieferen Sinn und das letzte Ziel des menschlichen Lebens zu ergründen. Wahres existentielles Glück, das nicht mit dem bloß oberflächlichen sinnlichen Glücksgefühl verwechselt werden darf, resultiert aus dem seinsgemäßen Leben, aus der umfassenden Verwirklichung der „ordo amoris“ (Augustinus), der Ordnung der Liebe.


[1] Roland Baader: Kreide für den Wolf. Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus. Anita Tykve Verlag, Böblingen, 1991, S. 43.
[2] Health bezeichnet dementsprechend des „Zustand des Gesund-Seins bzw. Heil-seins“, „to heal“ bedeutet „heilen.“
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttonationalgl%C3%BCck.
[4] Xenophon: Gespräch über die Haushaltführung (Oikonomikos)
[5] Dietrich von Hildebrand: Christliche Ethik. Patmos, Düsseldorf, 1959, S. 53.

Veröffentlicht unter Ökonomik, Gedankensplitter, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , ,

Vortrag: Wirtschaftsgeschichtlicher Impuls: „The Greatest Depression „Made on Planet Earth“ – Der Bericht eines Historikers im Jahr 2050 über das Jahr 20??“ am 18.Juni 2013

In diesem Semester behandeln die „wirtschaftsgeschichtlichen Impulse“ einige historische Depressionen und werfen sogar einen Blick in die Zukunft. An den Vortrag schließt eine anregende Diskussion an, die die Möglichkeit zur Vertiefung und zum Austausch bietet. Den Vortrag hält Johannes Hühnler. Bei einem Glaserl Wein klingt der Abend aus.

Die Veranstaltung beginnt um 19.00 c.t.

Eintritt: €10, ermäßigt: €5

Um Anmeldung unter anmeldung@oekonomika.org wird gebeten.

Veranstaltungsort:
Neulinggasse 37/3, 1030 Wien
Öffentlich zu erreichen mit: U3 (Rochusgasse), U4 (Stadtpark), O (Ungargasse/Neulinggasse), 4A (Am Modenapark)
Der Veranstaltungsort liegt in einer kostenpflichtigen Kurzparkzone!

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Verschlagwortet mit ,

Wohlstand oder Wirtschaftswachstum? – Eine kritische Durchleuchtung des BIP-Konzepts sowie einige Anmerkungen zur „Ökonomie des Glücks“

Seit einiger Zeit gerät das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als bedeutsame, wenn nicht gar wichtigste Kennzahl des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts unter Druck. In Frankreich wurde 2009 eine Kommission unter dem bekannten Ökonomen Joseph Stiglitz eingesetzt, in Deutschland tagt seit Dezember 2010 eine Enquete-Kommission. Beide Kommissionen haben sich zum Ziel gesetzt, eine Alternativen zum BIP zu erarbeiten. So wie der homo oeconomicus zunehmend als reduktionistisches Zerrbild des Menschen verworfen wird, so erweist sich das BIP selbst für den engeren Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund seiner eklatanten methodischen Schwächen im Grunde als unbrauchbarer Indikator.

Im folgenden sollen einige dieser Schwächen benannt, zwei bereits breiter rezipierte Reformvorschläge präsentiert und eine Alternative zum BIP in der abendländischen Tradition skizziert werden.

1. Was ist das BIP?

Im Glossar der Oesterreichischen Nationalbank finden wir unter dem Stichwort „Bruttoinlandsprodukt“ nachstehende Ausführung:

„Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft. Alle gemäß dem so genannten Inlands- oder Territorialkonzept im Inland (von Inländern und Ausländern) in einer bestimmten Periode (meist im Kalenderjahr) erzeugten Güter und Dienstleistungen werden zu laufenden Preisen (Marktpreisen) oder konstanten Preisen (Preisen eines bestimmten Basisjahres) bewertet. Die jährliche Prozentveränderung (Prozent/Prozentpunkt) des (realen) BIP stellt den wichtigsten international vergleichbaren Indikator für das Wachstum einer Volkswirtschaft dar.“[1]

Das Bruttoinlandsprodukt umfaßt also alle im Inland von Inländern und Ausländern innerhalb eines Jahres erzeugten Güter und Dienstleistungen. Die vermeintlich wissenschaftliche Präzision dieser Definition offenbart schon beim etwas genaueren Hinsehen ihre weitreichenden Schwächen, denn genau genommen müßte die Definition lauten: Das Bruttoinlandsprodukt enthält alle im Inland offiziell von Inländern und Ausländern innerhalb eines Jahres für den Markt erzeugten Güter und Dienstleistungen, die mit Geld bezahlt wurden und statistisch erfaßt sind.

Denn nicht enthalten sind:
–        Schwarzarbeit, die für Österreich auf 7,7%[2], für Deutschland auf 13,4%[3]  des BIP geschätzt wird.
–        Transaktionen am Schwarzmarkt
–        Nicht-monetäre Tauschtransaktionen wie z.B. Tauschringe
–        Die häusliche Eigenproduktion wie z.B. selbst hergestellte Güter (z.B. ein Paar selbstgestrickter Socken, der selbst gebackene Kuchen, das im eigenen Garten angebaute Obst und Gemüse) und bereitgestellte Dienstleistungen (Erziehung, Nachhilfe, Pflege, Kochen,…) sowie die Nachbarschaftshilfe.

Die Nicht-Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungen in den kleinsten gesellschaftlichen Einheiten führt dazu, daß die Ökonomen, die sich häufig als Experten der BIP-Maximierung verstehen, die Eingliederung möglichst vieler wirtschaftlichen Handlungen in den Geldkreislauf als taugliche Maßnahme zur Ankurbelung der Wirtschaft fordern. Symptomatisch sind die beständig wiederkehrenden Forderungen, die Mütter möglichst frühzeitig dem Arbeitsmarkt zuzuführen. In einer Studie für die österreichische Arbeiterkammer und den Gewerkschaftsbund ist zu lesen: „Mehr berufstätige Frauen steigern die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Dafür ist der Ausbau sozialer Dienstleistungen wie Kinderbetreuung notwendig.“[4] Überspitzt formuliert ließe sich das BIP durch eine einfache Maßnahme deutlich erhöhen: die Eltern dürfen ihre eigenen Kinder nicht mehr selber erziehen sondern diese Aufgabe muß von den Nachbarn übernommen werden,  die für die Fremdbetreuung entlohnt werden. (Daß diese Maßnahme, wie die Bindungsforschung eindeutig belegt, insbesondere für die gedeihliche Entwicklung der Säuglinge und Kleinkinder äußerst negativ ist, ist aus Sicht der BIP-Maximierung nahezu irrelevant.) Oder die Kinder bezahlen ab sofort ihre Mütter für die Zubereitung des Mittagessens und das Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte.

Weitere Maßnahmen zur Erhöhung des BIP sind dementsprechend:
–        Die Ersetzung des Ehrenamtes durch hauptamtliche Professionisten
–        Steigende Verschuldung, weil die Zinsen die Einnahmen der Gläubiger erhöhen
–        Der Ausbau der Bürokratie
–        Stetiger Wechsel der Mode
–        Naturkatastrophen: Anläßlich der aktuellen Flutkatastrophe merkte OeNB-Gouverneur Nowotny an: „Das ist ein Spezifikum der Ökonomie, dass die Reparatur von Schäden auch einen Wachstumseffekt hat, während die Schäden selber Vermögenseffekte haben“.[5]
–        Kriege, insbesondere wenn sich die Kriegshandlungen auf fremden Boden abspielen und sich die Zerstörungen im Inland in engen Grenzen halten.
–        Die bewußte Irreführung der Bevölkerung durch erfundene Bedrohungsszenarien: Nobelpreisträger (!) Paul Krugman schlug zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums die Inszenierung eines Angriffes von Außerirdischen vor.[6]
–        Zuwanderung
–        Drogenlegalisierung
–        Legalisierung der Prostitution

Das BIP sagt des weiteren nichts über die Qualität der produzierten Güter und Dienstleistungen aus. Ob ein wohlschmeckendes Schnitzel zubereitet wird oder ein geschmackloser Einheits-Hamburger ist einerlei. Minderwertige Produkte erhöhen langfristig sogar das BIP, weil entweder in späteren Perioden Reparaturen anfallen oder frühzeitig ein Ersatzgerät erstanden werden muß. Ebensowenig fließt die Schönheit der errichteten Bau- und Kunstwerke in das BIP ein.[7]

Weitere grundlegende Kritikpunkte finden sich in den Arbeiten des österreichischen Sozialwissenschafter Leopold Kohr, der bereits in den 1950ern das BIP-Konzept einer umfassenden Kritik unterzogen hat. Einer seiner zentralen Kritikpunkte beruht auf der klassischen Unterscheidung von Notwendigem (engl. need) und den darüber hinausreichenden Bedürfnissen (engl. want). Wenn die Menge der zur Bestreitung des Alltags notwendigen Güter und Dienstleistungen zunimmt, so steigert der erhöhte Aufwand zwar das BIP, aber weder den persönlichen noch den gesellschaftlichen Wohlstand:

“For a worker who gets a rise in his real income enabling him to acquire two pairs of shoes per year instead of one can obviously not be considered as being better off if society has changed his living habits in such manner that he must now walk twice as far to his factory. Yet, his increased consumption, though caused not by a new enjoyment but by a new necessity, creates in the present computation of figures the illusion of an improvement rather than of a worsening of his condition since the only thing we see is not the longer road he must go but his ability to negotiate it in twice as many pairs of shoes.”[8]

Dieser Gedankengang läßt sich problemlos in die Gegenwart übertragen. Ohne Auto oder ohne Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ist es für kaum jemanden mehr möglich, seine wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Steigende Ausgaben für das Pendeln erhöhen das BIP, mindern jedoch jenen Geldbetrag, der für die Befriedigung von nicht-notwendigen Bedürfnissen zur Verfügung steht. Daher schlägt Kohr vor, das BIP um die für das Leben notwendigen Ausgaben zu bereinigen. Mit anderen Worten: steigende Einkommen können auch Ausdruck dafür sein, daß zum (Über-)Leben notwendige Güter und Dienstleistungen vom Markt bezogen werden müssen.

In dem Artikel „The Aspirin Standard of Living“ wirft Kohr darüber hinaus die interessante Frage auf, ob der BIP-wirksame Bezug von Aspirin tatsächlich unseren Wohlstand gemehrt und unsere Gesundheit verbessert hat. Vielmehr müßten die Ausgaben für Aspirin zu den erhöhten notwendigen Ausgaben gerechnet werden, insofern die Kopfschmerzen eine Folge des hektischen und lauten Lebensalltags in den dicht besiedelten Großstädten sind. Dieser Gedankengang läßt sich auf viele weitere Ausgaben anwenden, die nur deswegen anfallen, weil infolge eines nicht menschengemäßen Lebensstils an und für sich vermeidbare Schäden zu beheben sind.

Das BIP unterscheidet auch nicht, ob die am Markt gehandelten Güter und Dienstleistungen lebensfördernd oder lebensverkürzend sind. Der Kauf eines Messers, um eine schöne Heiligenfigur zu schnitzen, wird im BIP genauso verbucht wie der Kauf eines Messers, mit dem ein Mensch ermordet werden soll. Militärausgaben für einen gerechten Verteidigungskrieg unterscheiden sich nicht von Ausgaben, die für einen ungerechten Angriffskrieg aufgebracht werden.

Fazit: Das BIP-Konzept weist so viele methodische Schwächen auf, die systemimmanent keinesfalls aufzulösen sind. Es gilt die Feststellung von Theodor Adorno: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Selbst der Urheber des BIP, der russisch-stämmige Us-amerikanische Ökonom Simon Kuznets, wollte es niemals als Wohlstandsindikator verwendet wissen. Und Robert Kennedy hat die eklatanten Schwächen in einer bemerkenswerten Rede im März 1968 zusammengefaßt:

„Anscheinend haben wir zu sehr und seit zu langem persönliche Vervollkommnung und Gemeinschaftswerte aufgegeben zugunsten schierer Aufhäufung materieller Werte. Unser Bruttonationaleinkommen beträgt jetzt über 800 Milliarden Dollar pro Jahr, aber dieses Bruttonationaleinkommen – wenn wir die USA daran messen – rechnet Luftverschmutzung und Zigarettenwerbung ein, und Krankenwagen, die das Blutbad unserer Highways aufräumen. Es rechnet Spezialschlösser für unsere Türen ein und Gefängnisse für die Leute, die sie aufbrechen. Es rechnet die Zerstörung des Mammutbaums ein und den Verlust unserer Naturwunder durch chaotische Zersiedelung. Es rechnet Napalm und Atomsprengköpfe und Panzerwagen für die Polizei im Kampf gegen Aufstände in unseren Städten ein. Es rechnet Whitmans Gewehr [Anm.: Charles Whitman war ein Massenmörder] und Specks Messer [Anm.: Richard Speck war ein Amokläufer] ein. Und die Fernsehprogramme, die Gewalt verherrlichen, um Spielzeug an unsere Kinder zu verkaufen.
Aber das Bruttonationaleinkommen hat keinen Platz für die Gesundheit unserer Kinder, die Qualität ihrer Erziehung oder ihre Freude beim Spiel. Es beinhaltet weder die Schönheit unserer Poesie noch die Stärke unserer Ehen, weder die Intelligenz unserer öffentlichen Debatte noch die Integrität unserer öffentlichen Amtsträger.
Es misst weder unsere Schlagfertigkeit noch unseren Mut, weder unsere Weisheit noch unser Lernen, weder unser Mitgefühl noch unsere Hingebung an unser Land.
Kurzum: Es misst alles, außer dem, was das Leben lebenswert macht.“[9]

Teil 2 wird einige Alternativen zum BIP vorstellen.


[1] http://www.oenb.at/de/glossar/glossar_alles.jsp?letter=b&category=empty#tcm:14-145332.
[2] http://kurier.at/wirtschaft/wirtschaftspolitik/schwarzarbeit-kostet-staat-3-5-milliarden/1.148.349.
[3] http://www.handelsblatt.com/politik/international/schattenwirtschafts-ranking-wo-der-schwarzmarkt-blueht/7744620.html?slp=false&p=8&a=false#image.
[4] http://www.donau-uni.ac.at/de/aktuellnews/archiv/16432/index.php
[5] http://www.tt.com/%C3%9Cberblick/Chronik/6689342-6/flutwelle-rollt-richtung-norddeutschland-und-ungarn.csp
[6] „So if we could get something that could cause the government to say, ‘Oh, never mind those budget things; let’s just spend and do a bunch of stuff.‘ So my fake threat from space aliens is the other route,” Krugman said before a laughing crowd. “I’ve been proposing that.” Quelle: http://www.huffingtonpost.com/2012/06/19/paul-krugman-alien-invasion_n_1609805.html. Daß Paul Krugman weiterhin zu den angesehensten Ökonomen gilt, zeigt nur, in welch katastrophalen Zustand sich die Volkswirtschaftslehre gegenwärtig befindet.
[7] Indirekt kann sich die schlechte Produktqualität negativ auf das BIP auswirken, wenn dadurch die Exporte nachgeben.
[8] Leopold Kohr: Toward a New Measurement of Living Standards. American Journal of Economics and Sociology, Vol. 15, No. 1 (Oct., 1955), S. 93-104, S. 100.
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttonationaleinkommen

Veröffentlicht unter Ökonomik, Gedankensplitter, Programm | Verschlagwortet mit , ,

Rezension: Guido Hülsmann: „Krise der Inflationskultur: Geld, Finanzen und Staat in Zeiten der kollektiven Korruption“

von Gregor Hochreiter

InflationskulturSchon unzählige Male haben Politiker und Vertreter der Mainstream-Ökonomie die Wirtschafts- und Finanzkrise, die in den Euroländern durch die Einheitswährung Euro noch zusätzlich verschärft wird, für überwunden erklärt. Angesichts der Verstetigung und Verschärfung der Krise muß also davon ausgegangen werden, daß das vorherrschende volkswirtschaftliche Theoriengebäude auch oft Mainstream-Ökonomie genannte, weder zur richtigen Prognose und schon gar nicht zur Bewältigung dieser Krisen taugen. Insofern sind Publikationen heterodoxer Autoren eine in der heutigen Zeit besonders wichtige Bereicherung.

Mit „Krise der Inflationskultur: Geld, Finanzen und Staat in Zeiten der kollektiven Korruption“ legt Prof.Guido Hülsmann (Université d’Angers), der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zählt, ein neues deutschsprachiges Buch vor, das trotz einiger, allen voran methodischer Schwächen, geeignet ist, zu der theoretischen wie wirtschaftspolitischen Debatte den einen oder anderen Aspekt beizutragen.

Die mit Sicherheit stärksten Passagen des Buches sind jene zur Entzauberung heute gängiger ökonomischer Statistiken sowie die Ausführungen zur Inflationskultur. Dieses Thema hatte Prof. Hülsmann bereits in seiner 2007 erschienen „Die Ethik der Geldproduktion“ kurz angerissen. Oberflächlichkeit und Schein, die weitere Ökonomisierung, Materialisierung und Politisierung der Gesellschaft, Kurzatmigkeit, Häßlichkeit sowie die Zentralisierung des Staates bei gleichzeitiger Atomisierung der Individuen zählen in den Augen von Prof. Hülsmann zu den beklagenswertesten Folgeerscheinungen der permanenten Inflationierung der Geldmenge. Und nach  Jahrzehnten der lockeren Geldpolitik haben sich die negativen Konsequenzen der Inflation gesellschaftlich so weit verfestigt, daß tatsächlich von einer Inflationskultur zu sprechen ist. Mittlerweile„sind die Ratgeber selber auch ein Teil dieser Kultur, und sie werden daher in der Regel wohl kaum das bemängeln, was als üblich gilt.“ (S. 239) Dies ist der eigentliche Grund, warum den Mainstream-Ökonomen schlichtweg die intellektuellen Mittel fehlen, um einen konstruktiven Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise zu leisten.

Von großem Interesse wären in diesem Zusammenhang einige Zeilen zu der Frage gewesen, warum Prof. Hülsmann das neuzeitliche Geldsystem als alleinigen Auslöser der Inflationskultur betrachtet und es nicht ebenfalls als Ausdruck einer gesellschaftlichen Abkehr vom Pfad der Tugend wertet. So hat eine sich individualisierende und das monetäre Einkommen als wichtigsten Bestimmungsfaktor gelungenen Lebens heranziehende Gesellschaft einen höheren Geld- und Kreditbedarf als eine Gesellschaft, die auf Mehr-Generationen-Familien, Regionalwirtschaft, kleinräumiger Solidarität, Saisonalität und Mäßigung beruht. Auch ist die im gesamten Buch wahrzunehmende und häufig explizit geäußerte alleinige Schuldzuweisung an den Staat und die Politik(er) in dieser Einseitigkeit sachlich und geschichtlich nicht gerechtfertigt. Selbst Ludwig von Mises, auf den sich Prof. Hülsmann häufig bezieht und über den er eine umfangreiche Biographie verfaßt hat, hält fest:

„Man darf die Kreditausweitung durch die Schaffung und Inverkehrsetzung von Umlaufsmitteln nicht ausschließlich als Ergebnis zielbewusster Eingriffe der Obrigkeit in die Gestaltung des Zinsfusses betrachten. Die Umlaufsmittel sind nicht aus wirtschaftspolitischen Bestrebungen entstanden. Als die Bankiers, die über anvertraute Gelder Empfangsbestätigungen ausgestellt hatten, die im Verkehr als Geldsurrogate verwendet wurden, dazu übergingen, einen Teil der verwahrten Gelder auszuleihen, hatten sie nichts anderes im Auge als ihren eigenen Vorteil. Sie hielten es für unbedenklich, nicht den ganzen Gegenwert der ausgegebenen Empfangsbestätigungen in barem Geld in ihrer Kasse bereit zu halten. Sie dachten, dass sie ihre Verpflichtung, die ausgegebenen Noten jederzeit ohne Verzug in Geld einzulösen, auch dann würden voll und pünktlich erfüllen können, wenn sie einen Teil der empfangenen Einlagen ausgeliehen hätten. Die Banknote ist in der rein geschäftlich-kaufmännischen Sphäre zum Umlaufsmittel geworden. An der Wiege der Kreditausweitung stand der Bankier und nicht die Obrigkeit.“ (Nationalökonomie: S. 692)

Ein Grund für die einseitige Schuldzuweisung an die Politiker liegt in der von Prof. Hülsmann vertretenen Auffassung, wonach eine „Marktregulierung der Geldmenge“ die Deckung der Banknoten wie auch sämtlicher Geldsubstitute wie Schecks, Sichtwechsel und Kreditkarten verlangt. (S. 24) Die auch von einigen anderen Vertretern der Österreichischen Schule wie Prof. de Soto, Prof. Bagus und David Howden unter Bezugnahme auf den dem römischen Recht bekannten Vertragstypus der uneigentlichen Verwahrung (lat. depositum irregulare) verfochtene Position, wonach bei diesem Rechtstypus der Verwahrer die hinterlegten Geldbeträge nicht verleihen oder eigennützig verwenden darf, ist jedoch nicht haltbar. Infolge der Sammelverwahrung geht das Eigentum und damit die Verfügungsgewalt an den Verwahrer über, weswegen die systematische Unterdeckung der Barreserve auf ein Fehlverhalten der verantwortlichen Eigentümer der Bank zurückzuführen ist. Mit ihrer Geschäftspolitik, die  in den Tresoren hinterlegten Gelder der Barreserve fruchtbar zu machen, gefährden die Geschäftsbanken bewußt die Gläubigerinteressen grob fahrlässig.

Die von Prof. Hülsmann geforderte Volldeckung der Geldsubstitute ist eigentumsrechtlich nicht begründbar, weswegen das Nicht-Verbot der Teildeckung auch nicht den für die Ordnung des Gemeinwesens verantwortlichen Politikern anzulasten ist. Eine Volldeckung der Banknoten und der Geldsubstitute wäre nur aus ordnungspolitischen Erwägungen ableitbar. Einen derartigen Staatseingriff lehnen die bekanntesten Vertreter der Österreichischen Schule, insbesondere der seit Murray Rothbard vorherrschende anarchistische Zweig, jedoch aus prinzipiellen Überlegungen ab.

Daher ist es nicht nachzuvollziehen, wie der Autor auf Grundlage seiner eigenen geldtheoretischen Position die industrielle Revolution verteidigen kann. Prof. Hülsmann weist in seiner Kritik der Peel’s Act von 1844 selbst darauf hin, daß die

„ungedeckte Notenausgabe […] zwar hinfort unmöglich [war], aber das Depositengeschäft florierte wie nie zuvor. An die Stelle der Banknoten traten Schecks und Sichtwechsel (und in neuerer Zeit Kreditkarten u. Ä.), aber die Folgen blieben die gleichen wie zuvor: Preisinflation, Umverteilung durch die Geldproduktion und regelmäßig wiederkehrende Krisen.“ (S. 23)

Nach Auffassung des Rezensenten wäre die industrielle Revolution ohne Teilreservebankensystem niemals in dem Ausmaß und in der Geschwindigkeit finanzierbar gewesen. Wie die Bankengründungen des 19.Jahrhunderts zweifelsfrei belegen, hatten diese vor allem die Förderung der Industrialisierung und des internationalen Handels zum Ziel. Deswegen stellt – vereinfacht gesagt – die Verteidigung der industriellen Revolution, ja ganz allgemein des neuzeitlichen Wirtschaftsaufschwungs bei gleichzeitiger Ablehnung des Teilreservebankensystems einen unaufhebbaren Widerspruch dar. Die Ausstattung breiter Massen der Gesellschaft mit Geld erfolgte ja gerade auch durch die sprunghafte Ausweitung der von den Geschäftsbanken inflationär geschöpften Giralgeldmenge.

Äußerst wertvoll ist das Kapitel zur Deflationsphobie, worunter Prof. Hülsmann die (irrationale) Angst vor dem sinkenden Preisniveau verstanden wissen will. Überzeugend legt er dar, daß ein sinkendes Preisniveau „[d]urch hohe Schulden – und nur durch hohe Schulden – […] zu einer gesellschaftlichen und politische Zerreißprobe“ (S. 95) werden. Schließlich erhöht ein sinkendes Preisniveau die reale Schuldenlast. Als Vertreter des geldtheoretischen Metallismus sind selbst stark schwankende Preisniveaus für Prof. Hülsmann weder ein ökonomisches noch ein ethisches Problem, weil dem Geld nicht die Funktion zugewiesen wird, die Wertgleichheit beim indirekten Tausch sicherzustellen. Geldpolitische Zielgröße ist allein die Volldeckung der zirkulierenden Banknoten und sämtlicher anderer Geldsubstitute.

Methodischer Schwachpunkt des Buches ist der von Prof. Hülsmann vertretene anthropologische Individualismus, der dem Menschenbild der Aufklärung entspricht und deswegen in Grundlegendem von der abendländischen Tradition abweicht. Als eine Folge dieses Individualismus und in Kombination mit dem relativistischen Werte-Subjektivismus muß Prof. Hülsmann zum pseudo-objektiven Kriterium der Nutzenmaximierung als Handlungsmotiv der Wirtschaftsakteure zurückgreifen, das noch dazu einengend als Einkommensmaximierung gedeutet wird. Diese Position widerspricht noch dazu eindeutig dem Wertneutralitätspostulat der Österreichischen Schule, wobei jedoch anzumerken ist, daß diese eklatante Inkonsequenz unter den Vertretern der Österreichischen Schule allgemein verbreitet ist.

Als ein Ausfluß dieser Einengung werden wirtschaftliche Handlungen viel zu sehr auf mit Geld abgewickelte Tauschtransaktionen reduziert. Dies führt beispielsweise zu der höchst zweifelhaften Schlußfolgerung, daß das Voranschreiten der industriellen Fertigung und das Zurückdrängen des Handwerks an sich ein Ausdruck höheren Wohlstandes sei. (S. 44f.; S. 113.) Dagegen würden wohl die meisten unvoreingenommenen Beobachter den industriell gefertigten Kasten von Ikea oder einen gesichtslosen Wolkenkratzer mit einer armen Gesellschaft, einen reich verzierten Bauernschrank oder eine gotische Kathedrale mit einer vergleichsweise wohlhabenden Gesellschaft in Verbindung bringen.

Die von Prof. Hülsmann vertretene Auffassung einer natürlichen Wirtschaft ist folglich die einer individualistischen Wettbewerbswirtschaft bzw. einer Privatrechtsgesellschaft, während nach abendländischer Auffassung die Natur des Menschen gerade darin liegt, nach Tugendhaftigkeit zu streben, in Geselligkeit, d.h. gerade auch in einem Staat zu leben, das Geschenk des Lebens weiterzugeben und Erkenntnis über Gott zu gewinnen. Das letzte Ziel der menschlichen Existenz liegt nicht in der Maximierung des Nutzens oder in der Sicherstellung größtmöglicher individueller Freiheit, sondern in der Erlangung der ewigen Glückseligkeit.

Angesichts der Dringlichkeit einer breiten Debatte über die Neugestaltung des Geldsystems ist es außerordentlich bedauerlich, daß das Schlußkapitel „Grundsätze einer liberalen Währungsreform“ mit knapp sieben Seiten Länge eindeutig zu kurz geraten ist. Die einführende Zusammenstellung läßt deswegen mehr Fragen offen als sie beantwortet. So kann die Forderung, daß „[n]iemand […] den Münzprägern vorschreiben [soll], wie sie ihre Münzen zu prägen haben,“ (S. 289) wohl nicht bedeuten, daß die Namensrechte bereits im Umlauf befindlicher Metallmünzen wie des Philharmonikers nicht mehr geachtet zu werden brauchen. Und die von Prof. Hülsmann in einer freien Gesellschaft erwartete Herausbildung einer Parallelwährung, bei der zwei oder mehrere Metallgelder in einer Jurisdiktion frei fluktuieren, hat wie jede andere Währungsordnung auch einige Nachteile. Falls etwa das Einkommen in Goldgeld ausgezahlt wird, die Ausgaben jedoch mit Silbergeld zu begleichen sind, trägt der Arbeitnehmer das Wechselkursrisiko.

Gerade weil das Geld heutzutage im Alltag eine so große Bedeutung besitzt, ist eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Geldsysteme von großer Wichtigkeit. Für die im kommenden Jahr geplante englische Fassung wäre deswegen eine detailreichere Darstellung der „Grundsätze einer liberalen Währungsreform“ wünschenswert, selbst wenn der Rezensent die Auffassung vertritt, daß die Richtschnur für gesellschaftliche Institutionen das Gemeinwohl und nicht die Maximierung individualistischer Freiheitsgrade ist.

Veröffentlicht unter Ökonomik, Österreichische Schule der Nationalökonomie, Gedankensplitter | Verschlagwortet mit , , ,

Zitat: Über die Ordnung der Dinge oder: Der Dienstcharakter der Wirtschaft

Die Wirtschaft bzw. das wirtschaftliche Tätigsein nimmt in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert ein. Wie sieht die abendländische Tradition die Rangordnung der Ding? Welchen Stellenwert nimmt das wirtschaftliche Tätigsein ein?

Plato: „Denn, so lautet meine Rede, nicht aus Reichtum geht die Tugend hervor, sondern aus der Tugend der Reichtum und alle anderen menschlichen Güter im persönlichen wie im öffentlichen Leben.“ (Apologie des Sokrates 30B)

Aristoteles: „Wir arbeiten, um Muße zu haben.“ …. in wörtlicher Übertragung: „Wir sind unmüßig, um Muße zu haben.“ (NE  1177b)

Augustinus: „Denn die Guten gebrauchen die Welt zu dem Zweck, um Gott zu genießen; die Bösen dagegen wollen Gott gebrauchen, um die Welt zu genießen, wenn sie denn überhaupt glauben, dass es ihn gibt und dass er sich um die menschlichen Verhältnisse kümmert. (De civitate Dei XV 7)

Thomas von Aquin: „Es ist insofern erlaubt, zeitliche Güter anzustreben – aber nicht so, dass wir sie an die erste Stelle setzen und uns dabei beruhigen -, als sie zur Glückseligkeit verhelfen können, indem sie unserem leiblichen Leben zur Stütze dienen und die Ausübung von Tugenden ermöglichen.“ (S.T. II-II, q.83, art. 4)

Albino Luciani, Papst Johannes Paul I.: „Die Arbeit ist eine edle Sache. Aber wie sehr wird sie gedemütigt, wenn sie mit Flüchen durchsetzt und beschmutzt wird. Die neue Wohnung, das neue Auto, der höhere Posten, all diese Dinge sind für sich genommen nicht schlecht, aber was werden sie, wenn man, um sie zu haben, an Sonn- und Feiertagen arbeitet. Was werden sie, wenn jeder Konkurrent mit Ellbogentricks brutal ausgeschaltet wird? Was werden sie, wenn man den Armen zu Boden trampelt und wenn man die Seele vernachlässigt und Gott vergißt? Wenn ich so viele Wanderer diesen Weg der Welt gehen sehe, muss ich mich fragen: Sind das wirklich Menschen, die den Kopf zum Himmel erhoben haben? Oder sind es nicht eher menschliche Ochsen, die den Blick stets nach unten gerichtet haben und nur daran denken, sich den Bauch mit Heu vollzuschlagen.“ Zitiert in: P.Bernhard Vosicky: Schau auf den Herrn! [S. 82f.]

Sir 13,24: „Gut ist der Reichtum, der ohne Sünde ist. Furchtbar die Armut, die der Dummheit entspringt.“

Spr 30, 8f.: „gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der Herr?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife.“

Mk 8, 36: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele?“

Und in einem Tagesgebet heißt es: „Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.“

Wir sprechen vom Dienstcharakter der Wirtschaft. Sie stellt uns jene materiellen Güter zur Verfügung, die wir zum guten Leben benötigen. Die Zielbestimmung der materiellen Güter liegt darin, uns die seelisch-geistige Erbauung zu ermöglich, also Kulturwesen zu werden.

Die Überhöhung der Arbeit oder ihres Ertrages zum Selbstzweck zeigt sich demnach überall dort, wo die Gesundheit der Einkommensmaximierung geopfert wird, die eigenen Gebräuche und Sitten der Geschäftemacherei und wo die der private oder politische Erfolg an der Einkommenshöhe bzw. am BIP-Wachstum festgemacht wird und die ewigen Güter den zeitlichen Gütern geopfert werden.

Veröffentlicht unter Ökonomik | Verschlagwortet mit ,

Neue Publikation: Die Weltwirtschaftskrise – Lösungsansätze aus christlich-ethischer Sicht

Die WeltwirtschaftskriseSoeben erschienen ist der Tagungsband zu der Tagung „Die Weltwirtschaftskrise – Lösungsansätze aus christlich-ethischer Sicht“, die im November 2011 von der Theologisch-Philosophischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz mit namhaften Vortragenden veranstaltet wurde. Zum Tagungsband hat der Vorstand des Oekonomika-Institut Gregor Hochreiter einen Beitrag beigesteuert.

Das Buch kann ab sofort im Fachhandel, auf der Webseite des „Be&Be-Verlag“ sowie unter der Emailadresse bestellung@bebeverlag.at bestellt werden.

Die Weltwirtschaftskrise – Lösungsansätze aus christlich-ethischer Sicht (Hg. Herbert Pribyl)

Inhalt: Seit dem Jahre 2007 befindet sich die Weltwirtschaft in einer schweren und bis heute nicht überwundenen Krise. Täglich werden die Menschen mit unterschiedlichsten Aspekten und Erklärungen dieser Krise konfrontiert. Vom 25. bis 26. November 2010 setzte sich eine Internationale Tagung an der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz mit diesem Thema auseinander. International bekannte Experten aus Ökonomie und Politik, aus Philosophie und Theologie geben ihre Analysen und Lösungsvorschläge aus christlich-ethischer Sicht.

Autoren:

Erich W. Streissler,
Die achte und „neue“ Weltwirtschaftskrise, 13-24;
Jörn Guido Hülsmann, Die Weltwirtschaftskrise aus geld-theoretischer Sicht, 25-36;
Gregor Hochreiter, Das moderne Bankensystem und die Wirtschaftskrisen. Eine ökonomische und ideengeschichtliche Einführung, 37-68;
Armin Schmidt, Kauf mit geschlossenem Beutel. Anmerkung zu Begriff und Geschichte des Leasings, 69-99;
Günter Bergauer, Das Weltfinanzsystem am Ende – Ethisches Investment als Ausweg? Ein praktisches Beispiel, 101-117;
Harald Tripp, Die Weltwirtschaftskrise und die Lage der Streitkräfte in der Europäischen Union, 119-129;
Michael Landau, Soziale Folgen der Weltwirtschaftskrise, 131-147;
Franz Gassner, Stabilitätskriterium Tauschgerechtigkeit. Aristoteles und die Wirtschaftskrise, 149-155;
Elmar Nass und Christian Müller, Normative Grundlagen des Ordoliberalismus, 157-183;
Herbert Pribyl, Ökosoziale Marktwirtschaft in Zeiten der Wirtschaftskrise, 185-196;
Stefan Lakonig, Schuld ist nur die unsichtbare Hand? Anmerkungen zum Menschenbild der Wirtschaftswissenschaft, 197-256;
Rainer Schubert, Das Phänomen Technik im christlichen Kontext, 257-270;
Gregor Henckel Donnersmarck, ora @ labora, 271-277;
Johannes Graf, Ethische Überlegungen zur Wirtschaftskrise?, 279-297;
Josef Spindelböck, Von der Notwendigkeit der Kurskorrektur angesichts globaler ethischer Herausforderungen. Buße und Umkehr aus der Sicht des christlichen Glaubens, 299-319;
Peter Schallenberg, Liebe und Gerechtigkeit als Grundpfeiler der Wirtschaftsordnung: Eine Antwort der Katholischen Soziallehre auf die Finanzkrise, 321-328.

Die Weltwirtschaftskrise – Lösungsansätze aus christlich-ethischer Sicht
331 Seiten
Be&Be-Verlag: Heiligenkreuz 2013
ISBN: 987-3-902694-50-8
Preis: 15,90 Euro

Veröffentlicht unter Publikationen | Verschlagwortet mit , , ,